Wie hoch ist der Mount Everest? Aktuelle Höhe & Messgeschichte
Wie hoch ist der Mount Everest? Aktuelle Höhe & Messgeschichte Der Mount Everest, auf Tibetisch Chomolungma „Mutter des Universums“ und auf Nepalesisch Sagarmatha „Stirn des Himmel
Der Mount Everest, auf Tibetisch Chomolungma („Mutter des Universums“) und auf Nepalesisch Sagarmatha („Stirn des Himmels“), ist der höchste Berg der Erde. Seine genaue Höhe zu bestimmen, war jedoch eine jahrzehntelange Herausforderung für Wissenschaftler, Vermesser und Bergsteiger. Dieser Artikel liefert Ihnen als internationalem Reisenden die aktuellen Fakten zur Höhe des Mount Everest sowie einen Einblick in die faszinierende Messgeschichte.
Offizielle Höhe des Mount Everest
Aktuelle anerkannte Höhe: 8.848,86 Meter
Diese Höhe wurde am 8. Dezember 2020 gemeinsam von China und Nepal bekanntgegeben. Es war das erste Mal, dass beide Länder eine identische Zahl für den Gipfel des Mount Everest festlegten. Die vorherige, jahrzehntelang gültige Höhe von 8.848 Metern (gemessen von Indien 1955) wurde damit präzisiert. Die neue Messung berücksichtigt sowohl die Schneehöhe als auch die Gesteinshöhe des Berges.
Warum gibt es unterschiedliche Höhenangaben?
Viele Reisende fragen sich, warum in älteren Quellen oder Landkarten noch abweichende Höhen stehen. Die Ursachen sind vielfältig:
-
Schnee- versus Gesteinshöhe: Die ältere chinesische Messung von 8844,43 Metern bezog sich auf die reine Gesteinshöhe (ohne Schnee- und Eisschicht). Die nepalesische Messung und die jetzige gemeinsame Höhe von 8848,86 Metern inkludieren die oberste Schneedecke.
-
Tektonische Verschiebungen: Der Mount Everest liegt auf der Indischen Kontinentalplatte, die sich jährlich um einige Millimeter unter die Eurasische Platte schiebt. Dadurch wächst der Berg jedes Jahr um etwa 4 Millimeter.
-
Moderne Messtechnik: Frühere Methoden mit Theodoliten und trigonometrischen Berechnungen wurden durch GPS, Satellitenmessungen (GNSS) und Radartechnologie abgelöst. Erst mit diesen Methoden konnte eine präzise Höhenbestimmung gelingen.
-
Erdbeben von 2015: Das verheerende Erdbeben in Nepal 2015 veränderte die Erdkruste spürbar. Nach dem Beben gab es Diskussionen, ob der Mount Everest um einige Zentimeter geschrumpft sei. Messungen zeigen jedoch, dass der Berg langsam weiterwächst.
Die Geschichte der Höhenvermessung
Die Bestimmung der Höhe des Mount Everest ist eine faszinierende Reise durch die Wissenschaftsgeschichte:
-
1847–1856: Die britische Große Trigonometrische Vermessung Indiens bestimmte den Gipfel als „Peak XV“ mit einer Höhe von 29.002 Fuß (ca. 8.840 Meter). Der irische Vermesser Andrew Waugh benannte den Berg später nach seinem Vorgänger Sir George Everest.
-
1955: Das Survey of India veröffentlichte eine Höhe von 8.848 Metern. Diese Zahl galt fast 50 Jahre lang als offizieller Standard.
-
1999: Eine US-amerikanische Expedition unter der Leitung von Bradford Washburn ermittelte per GPS eine Höhe von 8.850 Metern. Diese Messung blieb aber international nicht anerkannt.
-
2005: China maß den Mount Everest im Rahmen eines groß angelegten Vermessungsprojekts und gab eine Gesteinshöhe von 8.844,43 Metern an.
-
2020: Die gemeinsame chinesisch-nepalesische Messung führte zur bislang genauesten und politisch abgestimmten Höhe von 8.848,86 Metern.
Wichtige Hinweise für internationale Reisende
Planen Sie eine Reise in die Region des Mount Everest? Hier sind einige praktische Tipps:
-
Beste Reisezeit: Oktober bis November (klar, trocken, gute Sicht) und März bis Mai (wärmer, aber mehr Wolken). Vom Juni bis September ist Monsunzeit mit starkem Regen und schlechter Sicht auf den Gipfel.
-
Blick vom Flugzeug: Bei vielen internationalen Flügen von Kathmandu nach Lhasa (Tibet) oder auf der Strecke Kathmandu–Lukla können Sie den Mount Everest bei klarem Wetter von Süden oder Osten sehen. Buchen Sie am besten einen Fensterplatz auf der rechten Seite bei Flügen von Kathmandu nach Lhasa und auf der linken Seite bei Flügen von Kathmandu nach Lukla.
-
Beste Aussichtspunkte auf nepalesischer Seite: Der Ausflug zum Everest View Hotel (ca. 3.880 Meter Höhe) in Shyangboche bietet einen spektakulären Panoramablick auf den Mount Everest, Lhotse und Ama Dablam. Von hier aus können Sie auch mit einem kurzen Helikopterflug in das Basislager gelangen.
-
Tibetische Seite (Nordseite): Von der tibetischen Autonomen Region aus blicken Sie auf die weniger bekannte Nordwand des Mount Everest. Der Rongbuk-Kloster (5.100 Meter Höhe) gilt als höchstgelegener Tempel der Welt und bietet eine einzigartige Perspektive. China hat den Zugang zum nördlichen Basislager in den letzten Jahren jedoch eingeschränkt.
-
Höhenlage und Akklimatisation: Der Mount Everest liegt über 8.000 Meter. Für Besuche in der Region empfehlen wir eine langsame Akklimatisation. Planen Sie mindestens zwei bis drei Tage in Kathmandu (1.400 Meter) oder Lhasa (3.650 Meter) zur Eingewöhnung ein, bevor Sie in höhere Lagen reisen. Höhenkrankheit kann bereits ab 2.500 Metern auftreten.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Mount Everest
F: Kann ich den Mount Everest ohne Bergsteigerausbildung sehen? Ja. Zahlreiche Aussichtspunkte in Nepal (z. B. Everest View Hotel) und Tibet (z. B. Rongbuk-Kloster) ermöglichen atemberaubende Blicke auf den Gipfel – ohne technische Kletterei. Trekkingtouren zum Basislager (Everest Base Camp Trek) sind beliebte Alternativen für Wanderer.
F: Ist die Höhe immer noch 8.848 Meter? Die aktuell offizielle und wissenschaftlich anerkannte Höhe beträgt 8.848,86 Meter (Stand 2020). Ältere Quellen können noch mit 8.848 Metern oder 8.850 Metern arbeiten.
F: Welcher chinesische Berg ist der höchste? Der höchste Gipfel Chinas ist der Mount Everest auf der Grenze zwischen Nepal und Tibet. Er ist gleichzeitig der höchste Berg der Welt. Innerhalb Chinas ist der Östliche Mount Everest (Qomolangma) oder der Mount Kailash zwar kulturell bedeutend, aber nicht höher. Möchten Sie mehr über die höchsten Gipfel Chinas erfahren, besuchen Sie die offizielle Reisekarte.
F: Warum wird der Berg in China anders genannt? In China wird der Berg offiziell Qomolangma genannt – die phonetische Schreibweise des tibetischen Namens „Chomolungma“. Der frühere westliche Name „Mount Everest“ geht auf den britischen Vermesser George Everest zurück, der den Berg selbst nie gesehen hat. Beide Namen sind international gebräuchlich.
F: Wächst der Berg wirklich jedes Jahr? Ja, durch die Kollision der Indischen mit der Eurasischen Kontinentalplatte hebt sich der Himalaya, einschließlich des Mount Everest, langsam an. Die durchschnittliche Hebungsrate beträgt etwa 4 Millimeter pro Jahr – so viel wie das Wachstum eines Fingernagels pro Monat.
Fazit – Ein Gipfel der Superlative
Der Mount Everest bleibt mit seiner aktuellen Höhe von 8.848,86 Metern der unbestrittene König des Himalaya. Die Messgeschichte zeigt, wie Wissenschaft, Technologie und internationale Zusammenarbeit heute eine präzise Bestimmung ermöglichen. Ob Sie den Berg von einem Aussichtspunkt in Nepal oder Tibet bewundern oder eine Trekkingtour zum Basislager planen – die Faszination des höchsten Berges der Welt wird Sie garantiert einfangen.
Für weitere Reisetipps zu den höchsten Gipfeln Chinas und den besten Aussichtspunkten besuchen Sie unsere offizielle Webseite.
