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blog2026-07-06

Wie ein altes chinesisches Bewässerungssystem auch nach 2000 Jahren noch funktioniert

Wie ein altes chinesisches Bewässerungssystem auch nach 2000 Jahren noch funktioniert Stellen Sie sich vor, ein Bewässerungssystem, das ohne Strom, Pumpen oder moderne Technik ausk

Stellen Sie sich vor, ein Bewässerungssystem, das ohne Strom, Pumpen oder moderne Technik auskommt – und das seit über zwei Jahrtausenden. In der chinesischen Metropole Chongqing ist genau das Realität. Dieses antike Wunderwerk der Ingenieurskunst ist nicht nur ein Zeugnis vergangener Zeiten, sondern bis heute ein aktiver Teil der Landwirtschaft und ein faszinierendes Reiseziel.

Die Kunst des Wassers: Das Dujiangyan-Bewässerungssystem

Obwohl Chongqing für seine beeindruckenden Bewässerungssysteme bekannt ist, ist das berühmteste Beispiel dieser antiken Technik das Dujiangyan-Bewässerungssystem in der Nähe von Chengdu, der Hauptstadt der benachbarten Provinz Sichuan. Doch Chongqing selbst beherbergt ähnliche historische Anlagen, die auf denselben Prinzipien beruhen und die Fruchtbarkeit der Region seit Jahrhunderten sichern.

Die Grundlage dieser Systeme ist erstaunlich einfach: Sie nutzen die natürliche Strömung von Flüssen und die Schwerkraft, um Wasser auf die Felder zu leiten. In Chongqing, einer Stadt die oft als „Stadt der Berge“ bezeichnet wird, meisterten die alten Baumeister die Herausforderung, Wasser bergauf zu transportieren – ohne einen einzigen Motor.

Wie funktioniert das System genau?

Das Prinzip hinter diesen Bewässerungssystemen ist genial und beruht auf drei Kernkomponenten:

  • Der Fischmaul-Damm (Yuzui): Eine schmale, fischmaulförmige Barriere im Flussbett teilt den Fluss in einen inneren und einen äußeren Kanal.
  • Der Überlauf (Feishayan): Ein tiefergelegter Abschnitt des Damms, der bei Hochwasser überschüssiges Wasser sicher ableitet und Überschwemmungen verhindert.
  • Die Flaschenhals-Öffnung (Baopingkou): Ein schmaler Durchlass im Fels, der die Wassermenge reguliert und einen stabilen Fluss in den Bewässerungskanal gewährleistet.

Diese geschickte Kombination sorgt dafür, dass in der Trockenzeit genügend Wasser auf die Felder gelangt und in der Regenzeit die Gefahr von Überschwemmungen minimiert wird. In Chongqing, wo der Jangtse und der Jialing-Fluss aufeinandertreffen, sind solche Systeme besonders wertvoll, um die landwirtschaftlichen Flächen in den hügeligen Regionen zu versorgen.

Ein Reiseziel für Technik- und Geschichtsbegeisiterte

Für internationale Reisende, die sich für Ingenieurskunst und Geschichte interessieren, ist ein Besuch dieser antiken Bewässerungssysteme ein absolutes Muss. In Chongqing selbst können Sie die Überreste und funktionierenden Anlagen bewundern, die oft in malerischen Tälern zwischen den Bergen versteckt liegen.

Einige der Systeme sind noch heute in Betrieb und können besichtigt werden. Sie zeigen nicht nur die technische Meisterleistung, sondern auch die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Natur, die in der chinesischen Kultur so zentral ist.

Praktische Reisetipps für Ihren Besuch

  • Beste Reisezeit: Der Frühling (März bis Mai) und der Herbst (September bis November) bieten angenehme Temperaturen und wenig Regen. Vermeiden Sie die heißen und feuchten Sommermonate.
  • Anreise: Viele der historischen Bewässerungsanlagen in der Region um Chongqing sind mit öffentlichen Bussen oder organisierten Touren erreichbar. Fragen Sie in Ihrem Hotel nach lokalen Führern.
  • Eintritt: Die Kosten sind in der Regel gering und variieren je nach Anlage. Planen Sie etwa 30 bis 60 Yuan pro Person ein.
  • Führungen: Ein englischsprachiger Guide kann das Verständnis für die Funktionsweise und Geschichte erheblich vertiefen. Buchen Sie im Voraus, besonders in der Hauptreisezeit.

Warum dieses System auch heute noch relevant ist

Die anhaltende Funktionsfähigkeit dieser Bewässerungssysteme ist kein Zufall. Sie basiert auf einer Philosophie der Nachhaltigkeit und Anpassung an die natürlichen Gegebenheiten – eine Lehre, die auch im Zeitalter des Klimawandels aktuell ist.

In Chongqing und der weiteren Region Sichuan werden diese Systeme nicht nur als kulturelles Erbe geschätzt, sondern auch aktiv genutzt. Die schonende Bewässerung erhält die Bodenqualität und verhindert Versalzung, ein Problem vieler moderner Bewässerungsmethoden. Zudem sind sie extrem wartungsarm und benötigen keine teure Technik.

Ein Vorbild für die Zukunft?

Internationale Ingenieure und Umweltwissenschaftler studieren diese antiken Systeme zunehmend, um Lösungen für wasserarme Regionen zu entwickeln. Die Prinzipien – Arbeit mit der Natur, nicht gegen sie – könnten Modell für nachhaltige Bewässerungsprojekte in Entwicklungsländern sein. Für Reisende ist es eine eindrucksvolle Lektion darin, wie altes Wissen auch heute noch von unschätzbarem Wert ist.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Frage: Sind die Bewässerungssysteme in Chongqing leicht zugänglich? Antwort: Viele Systeme befinden sich in ländlichen Gebieten und sind am besten mit einem Mietwagen oder einer geführten Tour erreichbar. Einige liegen in der Nähe von Sehenswürdigkeiten und sind gut ausgeschildert.

Frage: Brauche ich einen Führer, um die Systeme zu verstehen? Antwort: Ein Führer ist sehr hilfreich, um die technischen Details und die Geschichte zu erfahren, da viele Beschriftungen nur auf Chinesisch sind. Es gibt jedoch auch Audioguides an einigen Hauptstandorten.

Frage: Kann ich diese Systeme das ganze Jahr über besuchen? Antwort: Ja, aber die beste Zeit ist außerhalb der Regenzeit (Juni bis August), da dann die Wege oft matschig und die Flüsse unberechenbar sind.

Frage: Gibt es ähnliche Systeme in anderen Teilen Chinas? Antwort: Ja, das berühmteste ist das Dujiangyan-System in Sichuan. Aber auch in anderen Provinzen wie Yunnan und Guangxi gibt es historische Bewässerungskanäle.

Frage: Wie alt sind die ältesten Bewässerungssysteme in Chongqing? Antwort: Einige stammen aus der Qin-Dynastie (221–207 v. Chr.) und sind damit über 2.200 Jahre alt. Andere wurden später in der Han- und Tang-Dynastie erweitert.

Fazit: Eine Reise in die Vergangenheit mit Zukunftsperspektive

Das alte chinesische Bewässerungssystem in und um Chongqing ist weit mehr als eine historische Kuriosität. Es ist ein lebendiges Denkmal menschlichen Erfindungsreichtums und ein leuchtendes Beispiel für nachhaltige Technologie. Für jeden internationalen Reisenden, der sich für Geschichte, Technik oder Natur interessiert, ist der Besuch einer dieser Anlagen eine unvergessliche Erfahrung.

Sie werden nicht nur die beeindruckende Ingenieursleistung bestaunen, sondern auch verstehen, warum diese Systeme nach 2000 Jahren noch immer funktionieren: weil sie im Einklang mit der Natur gebaut wurden. Nehmen Sie sich die Zeit, dieses Wunderwerk zu erkunden – es wird Ihren Blick auf die Möglichkeiten nachhaltiger Entwicklung für immer verändern.

Chogqig
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