So reisen Sie mit dem Zug von Xining nach Lhasa
Mit dem Zug von Xining nach Lhasa: Eine unvergessliche Reise über das Dach der Welt Die Bahnstrecke von Xining nach Lhasa ist eine der spektakulärsten Eisenbahnrouten der Welt. Sie
Mit dem Zug von Xining nach Lhasa: Eine unvergessliche Reise über das Dach der Welt
Die Bahnstrecke von Xining nach Lhasa ist eine der spektakulärsten Eisenbahnrouten der Welt. Sie führt Sie über das tibetische Hochplateau, vorbei an schneebedeckten Gipfeln, türkisfarbenen Seen und endlosen Weiten. Für internationale Reisende ist diese Zugfahrt nicht nur ein Transportmittel, sondern ein einmaliges Erlebnis. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige für Ihre Planung – von der Wahl des Zuges bis zu praktischen Tipps für die Reise.
Warum der Zug? Eine Reise der langsamen Annäherung
Viele Reisende fliegen direkt nach Lhasa, um Zeit zu sparen. Doch die Zugfahrt bietet etwas, das kein Flug bieten kann: eine sanfte Akklimatisierung an die Höhe. Die Strecke steigt allmählich von etwa 2.200 Metern in Xining auf über 5.000 Meter am Tanggula-Pass und sinkt dann wieder auf etwa 3.650 Meter in Lhasa. Diese langsame Steigerung hilft Ihrem Körper, sich an den geringeren Sauerstoffgehalt zu gewöhnen.
Darüber hinaus erleben Sie die atemberaubende Landschaft Tibets hautnah – etwas, das aus dem Flugzeugfenster kaum möglich ist.
Die wichtigsten Züge auf der Strecke
Es gibt mehrere Züge, die täglich zwischen Xining und Lhasa verkehren. Die Fahrzeit beträgt je nach Zugtyp zwischen 21 und 24 Stunden. Die bekanntesten Verbindungen sind:
- Z6811/Z6812: Dieser Zug verkehrt täglich zwischen Xining und Lhasa.
- Z21/Z22: Dieser Zug startet in Peking und passiert Xining auf dem Weg nach Lhasa.
- Z165/Z164: Diese Verbindung kommt aus Shanghai und hält ebenfalls in Xining.
Für Reisende, die nur die Teilstrecke Xining–Lhasa nutzen möchten, sind alle diese Züge geeignet. Die Abfahrtszeiten variieren, wobei viele Züge am späten Nachmittag oder Abend in Xining abfahren, sodass Sie die schönsten Landschaften am nächsten Morgen erleben.
Die Wagenklassen im Überblick
Die Züge auf dieser Strecke bieten drei Klassen an:
Weichliegewagen (Soft Sleeper)
Die komfortabelste Option: Ein Abteil mit vier Betten, einer Tür, die sich schließen lässt, und weicheren Matratzen. Die Betten sind breiter als in der harten Klasse. Diese Klasse ist ideal für Paare oder Familien, die Privatsphäre wünschen.
Harte Liegewagen (Hard Sleeper)
Die beliebteste Wahl unter Rucksackreisenden: offene Abteile mit je sechs Betten (drei pro Seite). Es gibt drei Etagen – die unteren Betten sind am bequemsten, die oberen am günstigsten. Die Matratzen sind dünner, aber ausreichend für eine Nacht.
Sitzwagen (Hard Seat)
Die günstigste Option: lange Holzbänke, die in der Nacht unbequem werden können. Diese Klasse ist nur für Kurzstrecken oder sehr sparsame Reisende empfehlenswert – für die fast 2.000 Kilometer lange Strecke nach Lhasa ist sie eher ungeeignet.
Kosten und Ticketkauf: Was Sie wissen müssen
Die Preise variieren je nach Saison und Klasse:
- Weichliegewagen: ca. 780–800 CNY pro Person
- Harte Liegewagen: ca. 495–520 CNY pro Person
- Sitzwagen: ca. 220–230 CNY pro Person
Wichtig: Tickets für diese Strecke sind sehr gefragt, besonders in der Hauptsaison (Mai bis Oktober). Buchen Sie so früh wie möglich – idealerweise über ein Reisebüro oder eine Agentur, da ausländische Reisende die Tickets oft nicht direkt online kaufen können. Ihr Hotel in Xining kann Ihnen oft bei der Buchung helfen.
Die Strecke im Detail: Was Sie unterwegs erwartet
Xining: Das Tor nach Tibet
Xining, die Hauptstadt der Provinz Qinghai, liegt auf etwa 2.200 Metern. Verbringen Sie idealerweise ein bis zwei Tage hier, um sich an die Höhe zu gewöhnen. Die Stadt selbst ist einen Besuch wert – der Dongguan-Moschee und der Qinghai-See (etwa 150 Kilometer entfernt) sind beliebte Ziele.
Der Qinghai-See
Kurz nach der Abfahrt aus Xining passiert der Zug den Qinghai-See (auf Chinesisch: Qinghai Hu), den größten Salzwassersee Chinas. Im Sommer leuchtet er in einem intensiven Blau – ein perfekter Fotostopp, auch wenn Sie den Zug nicht verlassen können.
Der Tanggula-Pass: Der höchste Punkt der Reise
Gegen Mitternacht oder in den frühen Morgenstunden überquert der Zug den Tanggula-Pass auf 5.072 Metern – den höchsten Eisenbahnpass der Welt. Eine Sauerstoffzufuhr im Zug sorgt dafür, dass alle Passagiere atmen können. Genießen Sie den Moment: Sie stehen buchstäblich auf dem Dach der Welt.
Nagqu: Die höchstgelegene Stadt Tibets
Am Morgen erreichen Sie Nagqu auf etwa 4.500 Metern. Die weite Hochebene hier ist Heimat von Yak-Herden und Nomaden. Im August findet hier das berühmte Pferdefest statt, ein kulturelles Highlight.
Ankunft in Lhasa
Am frühen Nachmittag oder Abend rollt der Zug in den Lhasa-Bahnhof ein. Die Stadt liegt auf 3.650 Metern – viele Reisende spüren die Höhe hier deutlich. Planen Sie für die ersten 24 Stunden keine anstrengenden Aktivitäten ein.
Praktische Tipps für die Zugreise
Gepäck und Packliste
- Warme Kleidung: Auch im Sommer können die Nächte auf dem Plateau kalt werden.
- Verpflegung: Das Bordrestaurant serviert einfache chinesische Gerichte, aber es schadet nicht, eigene Snacks und Wasser mitzunehmen.
- Toilettenartikel: Feuchttücher und Handdesinfektionsmittel sind Gold wert, da die Waschräume im Zug einfach, aber funktional sind.
- Medikamente: Nehmen Sie Ihre persönlichen Medikamente mit. Gegen Höhenkrankheit helfen Medikamente wie Diamox, aber sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt.
Höhenkrankheit: Vorsorge ist alles
Die Höhe von über 3.000 Metern kann bei manchen Menschen Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel auslösen. Beachten Sie folgende Tipps:
- Trinken Sie viel Wasser – mindestens 2–3 Liter pro Tag.
- Vermeiden Sie Alkohol und schwere Mahlzeiten.
- Bewegen Sie sich langsam und gönnen Sie sich Pausen.
- Schlafen Sie in der ersten Nacht in Lhasa nicht zu hoch – Ihr Hotel sollte idealerweise unterhalb des Potala-Palastes liegen.
WLAN und Elektrizität
In den Zügen gibt es kein WLAN. Laden Sie vor der Abfahrt alle wichtigen Daten herunter, kaufen Sie eine chinesische SIM-Karte mit Datenvolumen oder laden Sie sich vor der Reise Musik und E-Books auf Ihr Gerät. Steckdosen sind in den Liegewagen vorhanden, aber die Anzahl ist begrenzt – ein Mehrfachstecker ist eine gute Idee.
Häufige Fragen (FAQ)
Brauche ich ein Tibet-Reisegenehmigung?
Ja, für die Einreise nach Tibet benötigen ausländische Reisende eine Sondergenehmigung (Tibet Travel Permit). Diese kann nur über ein registriertes Reisebüro beantragt werden und muss vor dem Kauf des Zugtickets vorliegen. Planen Sie mindestens zwei Wochen Vorlaufzeit ein.
Kann ich während der Fahrt aussteigen?
Nein, die Züge halten auf der Strecke nur an wenigen Bahnhöfen und nur für kurze Zeit. Die Türen werden nicht für Touristen geöffnet – es ist keine Besichtigung der Zwischenstopps möglich. Die Fahrt ist eine reine Durchreise.
Ist die Zugfahrt sicher?
Ja, die Strecke ist hochmodern und gilt als sehr sicher. Die Züge sind mit Sauerstoffsystemen und moderner Technik ausgestattet. Sicherheitspersonal ist an Bord.
Wann ist die beste Reisezeit?
Die beste Zeit für die Zugreise ist von Mai bis Oktober. In diesen Monaten sind die Temperaturen milder und die Landschaft grün. Im Winter kann es extrem kalt werden, und einige Pässe können schneebedeckt sein – die Züge fahren jedoch ganzjährig.
Fazit: Mehr als nur eine Zugfahrt
Die Zugreise von Xining nach Lhasa ist kein einfacher Transport – sie ist eine Pilgerreise durch eine der faszinierendsten Landschaften der Erde. Die langsame Fahrt gibt Ihnen Zeit, die Weite Tibets zu spüren, die Höhe zu respektieren und sich auf das einzigartige kulturelle Erlebnis in Lhasa einzustimmen. Mit der richtigen Vorbereitung, einem gültigen Tibet Travel Permit und einem Ticket in der Liegewagenklasse wird diese Reise zu einem unvergesslichen Höhepunkt Ihrer Chinareise.
Packen Sie warme Kleidung ein, laden Sie Ihre Kamera und machen Sie sich bereit für eine Fahrt, die Sie nie vergessen werden – über den höchsten Schienenweg der Welt, direkt ins Herz Tibets.
