Reisetipps für die Barkhor-Straße: So gehen Sie die Kora wie ein Einheimischer
Reisetipps für die Barkhor Straße: So gehen Sie die Kora wie ein Einheimischer Die Barkhor Straße auf Chinesisch 八廓街 , Bākuò Jiē ist eine der lebendigsten und spirituellsten Straße
Die Barkhor-Straße (auf Chinesisch 八廓街, Bākuò Jiē) ist eine der lebendigsten und spirituellsten Straßen in Lhasa, der Hauptstadt Tibets. Sie umgibt den Jokhang-Tempel und ist das pulsierende Herz der Altstadt. Für internationale Reisende ist sie ein Muss – nicht nur zum Einkaufen, sondern vor allem, um die tief verwurzelte Pilgertradition der Tibeter zu erleben. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die Kora (den rituellen Rundgang) wie ein Einheimischer absolvieren.
Die Bedeutung der Kora verstehen
Was ist eine Kora?
Eine Kora ist ein ritueller, meist im Uhrzeigersinn durchgeführter Rundgang um ein heiliges Objekt. In Tibet umkreisen Gläubige Tempel, Stupas oder heilige Berge, um Verdienste zu sammeln und ihren Glauben zu zeigen. Die Barkhor-Kora um den Jokhang-Tempel ist die bekannteste in Lhasa.
Warum die Barkhor-Straße besonders ist
Die Barkhor-Straße ist nicht nur eine Einkaufsstraße. Sie ist der Ort, an dem sich Pilger seit Jahrhunderten versammeln, um Gebetsmühlen zu drehen, Mantras zu murmeln und sich in tiefer Hingabe zu verneigen. Die Atmosphäre ist einzigartig – eine Mischung aus alter Tradition, buddhistischer Spiritualität und dem Alltag der Tibeter.
Praktische Tipps für die Kora
Die richtige Tageszeit wählen
- Früher Morgen (6:00 – 8:00 Uhr): Dies ist die beste Zeit, um die Kora mit den Einheimischen zu gehen. Die Straße ist voller Pilger, die mit Gebetsketten und Gebetsmühlen unterwegs sind. Die Stimmung ist ruhig und andächtig.
- Später Vormittag bis Nachmittag: Die Straße wird belebter und touristischer. Händler öffnen ihre Stände, und die Atmosphäre wird geschäftiger.
- Abenddämmerung: Auch am späten Nachmittag kehren viele Pilger zurück. Die untergehende Sonne taucht die Straße in ein goldenes Licht – ideal für stimmungsvolle Fotos.
Die richtige Kleidung und Ausrüstung
Tibet liegt auf über 3.600 Metern Höhe. Selbst im Sommer kann es morgens und abends kühl sein. Planen Sie daher:
- Mehrere Schichten: Eine leichte Jacke oder einen Pullover.
- Bequeme Schuhe: Sie werden etwa eine Stunde lang im Kreis gehen.
- Sonnenschutz: Sonnenhut, Sonnenbrille und Sonnencreme sind ein Muss.
- Wasser: Nehmen Sie eine kleine Flasche mit, um hydriert zu bleiben.
Die Kora richtig gehen
- Im Uhrzeigersinn: Gehen Sie immer im Uhrzeigersinn (von links nach rechts). Gehen Sie niemals entgegen der Richtung.
- Nicht drängeln: Die Pilger gehen langsam und bedächtig. Lassen Sie sich Zeit und genießen Sie den Moment.
- Fotografieren mit Respekt: Fragen Sie vor dem Fotografieren von Pilgern um Erlaubnis. Vermeiden Sie es, direkt in ihr Gesicht zu fotografieren.
- Gebetsmühlen nicht berühren: Die großen Gebetsmühlen an der Wand sind heilig. Berühren Sie sie nicht unbedacht – viele Pilger drehen sie während der Kora.
Was Sie auf der Barkhor-Straße erwartet
Die Route der Kora
Die Barkhor-Kora folgt einem etwa einen Kilometer langen Kreis um den Jokhang-Tempel. Sie beginnt und endet normalerweise am Haupteingang des Tempels. Folgen Sie einfach der Menschenmenge – sie alle gehen den gleichen Weg.
Sehenswürdigkeiten entlang des Weges
- Jokhang-Tempel: Der heiligste Tempel Tibets. Wenn Sie Zeit haben, besuchen Sie ihn vor oder nach der Kora.
- Gebetsmühlen: Reihen von Gebetsmühlen säumen die Straße. Viele Pilger drehen jede einzelne.
- Kleine Schreine und Altäre: Immer wieder stoßen Sie auf kleine Gebetsfahnen oder Steinaltäre, an denen Gläubige Opfergaben hinterlassen.
- Traditionelle Läden und Stände: Hier können Sie tibetischen Schmuck, Thangkas (buddhistische Rollbilder), Teppiche und Andenken kaufen.
Einkaufstipps auf der Barkhor-Straße
- Handeln ist erwünscht: Die Preise sind oft Verhandlungssache. Beginnen Sie mit etwa der Hälfte des geforderten Preises.
- Qualität prüfen: Achten Sie auf echte Handarbeit. Viele Massenwaren kommen aus anderen Provinzen Chinas.
- Kleine Münzen bereithalten: Sie werden oft Bettler oder Mönche sehen, die um Almosen bitten. Ein kleiner Betrag ist eine Geste der Höflichkeit.
Umgang mit Höhenkrankheit in Lhasa
Lhasa liegt auf etwa 3.650 Metern. Viele Reisende leiden unter Höhenkrankheit. Beachten Sie:
- Langsam ankommen: Planen Sie mindestens einen Ruhetag nach Ihrer Ankunft ein.
- Viel trinken: Trinken Sie viel Wasser oder Tee – aber keinen Alkohol in den ersten Tagen.
- Körperliche Anstrengung vermeiden: Gehen Sie die Kora langsam. Wenn Sie sich schwindelig oder übel fühlen, ruhen Sie sich aus.
Häufig gestellte Fragen (FAQs)
F: Darf ich als Nicht-Buddhist die Kora gehen?
A: Ja, die Kora steht allen offen. Respektvolles Verhalten und das Einhalten der Richtung sind jedoch Pflicht.
F: Ist die Barkhor-Straße sicher für Alleinreisende?
A: Ja, die Gegend ist sehr sicher. Achten Sie dennoch auf Taschendiebe in Menschenmengen.
F: Wie lange dauert die Kora?
A: In normalem Tempo etwa 30 bis 45 Minuten. Mit vielen Fotostopps auch länger.
F: Kann ich auf der Kora essen oder trinken?
A: Es ist besser, vorher oder nachher zu essen. Während der Kora ist Essen unüblich. Trinken Sie jedoch Wasser, um hydriert zu bleiben.
F: Gibt es Toiletten auf der Strecke?
A: Ja, es gibt öffentliche Toiletten in der Nähe des Jokhang-Tempels und in einigen Cafés. Die Sauberkeit kann variieren.
Fazit
Die Barkhor-Kora ist ein unvergessliches Erlebnis, das tiefe Einblicke in die tibetische Kultur und Spiritualität bietet. Nehmen Sie sich Zeit, gehen Sie mit den Pilgern, und lassen Sie die Atmosphäre auf sich wirken. Mit den richtigen Vorbereitungen – passender Kleidung, Respekt für die Tradition und einem offenen Herzen – werden Sie diesen Rundgang wie ein Einheimischer erleben und noch lange in Erinnerung behalten.
