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blog2026-08-10

Karte des chinesischen Territoriums während der Fünf Dynastien

Die Karte des chinesischen Territoriums während der Fünf Dynastien Eine Reise in eine vergessene Ära zwischen den Großreichen Wenn internationale Reisende an China denken, haben si

Die Karte des chinesischen Territoriums während der Fünf Dynastien

Eine Reise in eine vergessene Ära zwischen den Großreichen

Wenn internationale Reisende an China denken, haben sie meist die Große Mauer, die Verbotene Stadt oder die Terrakotta-Armee vor Augen. Doch zwischen dem mächtigen Tang-Reich und der prunkvollen Song-Dynastie liegt eine faszinierende, oft übersehene Periode: die Zeit der Fünf Dynastien und Zehn Königreiche (907–960 n. Chr.). Für kulturinteressierte Globetrotter, die auf dem Weg von Xi'an nach Peking die historischen Tiefenschichten Chinas erkunden möchten, bietet diese Epoche erstaunliche Einblicke in eine Zeit des Wandels, der Zersplitterung und der künstlerischen Blüte.

Was bedeutet „Fünf Dynastien“ überhaupt?

Der Begriff „Fünf Dynastien“ (chinesisch: Wudai) bezeichnet die fünf kurzlebigen Herrscherhäuser, die zwischen 907 und 960 n. Chr. in der Nordchinesischen Ebene nacheinander die nominelle Kontrolle über das Kernland ausübten:

  • Die Spätere Liang-Dynastie (907–923)
  • Die Spätere Tang-Dynastie (923–936)
  • Die Spätere Jin-Dynastie (936–947)
  • Die Spätere Han-Dynastie (947–951)
  • Die Spätere Zhou-Dynastie (951–960)

Parallel dazu entstanden im Süden und in Teilen des Nordens zehn mehr oder weniger unabhängige Regimes, die als „Zehn Königreiche“ bezeichnet werden. Dazu zählen unter anderem das Südliche Tang, das Wuyue-Königreich und das Königreich Shu.

Die geopolitische Landkarte: Zersplitterung statt Einheit

Der Norden: Das pulsierende Herz der Machtwechsel

Auf der historischen Landkarte dieser Epoche fällt sofort auf: Es gibt kein einheitliches China. Der Norden, grob das Gebiet entlang des Gelben Flusses mit den politischen Zentren Kaifeng und Luoyang, war Schauplatz rascher Machtwechsel. Innerhalb von nur 53 Jahren wechselten sich fünf Dynastien ab – eine beispiellose Instabilität.

Für Reisende, die heute von Xi'an nach Peking fliegen, ist es bemerkenswert zu wissen, dass Xi'an (damals Chang'an) nach dem Untergang der Tang-Dynastie 907 seine Rolle als Hauptstadt verlor. Die neuen Machthaber verlegten ihre Residenzen weiter nach Osten, nach Luoyang und vor allem Kaifeng, das verkehrsgünstiger an den Kanälen lag.

Der Süden: Stabilität und kulturelle Blüte

Während der Norden unter ständigen Kriegen litt, erlebten die Zehn Königreiche im Süden eine Phase relativer Stabilität. Das Südliche Tang-Reich mit seiner Hauptstadt in Nanjing (seinerzeit Jinling genannt) pflegte die Hofkultur und die Dichtkunst. Das Königreich Wuyue an der Küste des heutigen Zhejiang entwickelte sich zu einem Zentrum des Handels und des Buddhismus.

Diese politische Fragmentierung ist auf historischen Landkarten besonders anschaulich: Die Grenzlinien verlaufen nicht geradlinig, sondern zerschnitten das Reich in zahlreiche kleine Territorien. Es ist eine Landkarte der Vielfalt, aber auch der Unsicherheit.

Warum diese Epoche für Reisende relevant ist

Kunst und Kultur zwischen den Fronten

Trotz – oder gerade wegen – der politischen Wirren entfaltete sich in dieser Zeit eine bemerkenswerte kulturelle Kreativität. Die Landschaftsmalerei erreichte neue Höhen, die Töpferei entwickelte sich weiter, und die Dichtkunst blühte besonders an den südlichen Höfen. Wer heute in Museen in Xi'an oder Peking die Kunst dieser Epoche betrachtet, erkennt eine Ästhetik, die sich von der Monumentalität der Tang-Zeit unterscheidet: intimer, subtiler und oft melancholischer.

Religiöse Spuren entlang der Reiseroute

Der Buddhismus spielte in dieser Übergangszeit eine zentrale Rolle. Besonders der Chan-Buddhismus (im Westen als Zen bekannt) erlebte eine Blüte. Viele Klöster, die heute auf der Reise von Xi'an nach Peking besichtigt werden können, haben ihre Wurzeln oder bedeutende Umbauten in dieser Epoche.

Praktische Reisetipps zur Spurensuche

In Xi'an beginnen

Obwohl Xi'an in der Fünf-Dynastien-Zeit keine Hauptstadt mehr war, blieb die Stadt ein bedeutendes kulturelles Zentrum. Das Shaanxi History Museum beherbergt Exponate dieser Zeit. Besonders empfehlenswert: Die Große Wildganspagode, deren ursprünglicher Bau in die Tang-Zeit zurückreicht, wurde in der Folgezeit mehrfach renoviert – auch während der Fünf Dynastien.

Auf dem Weg nach Peking: Zwischenstopps mit Geschichte

Die Flugstrecke Xi'an-Peking führt geografisch über Gebiete, die einst zum Kernland der Nördlichen Dynastien gehörten. Wer Zeit hat, sollte einen Zwischenstopp in Kaifeng einplanen – nur etwa 1,5 Stunden mit dem Hochgeschwindigkeitszug von Zhengzhou entfernt. Kaifeng war die Hauptstadt der Späteren Liang-, Jin-, Han- und Zhou-Dynastien. Bis heute zeugen Stadtmauern und Straßenlayouts von dieser bewegten Vergangenheit.

Die historische Stätte des alten Kaifeng liegt teils unter dem heutigen Stadtgebiet – bei Hochwassern des Gelben Flusses wurde die Stadt mehrfach verschüttet und wieder aufgebaut. Archäologische Ausgrabungen haben beeindruckende Schichten freigelegt, die wie ein geologisches Gedächtnis der chinesischen Geschichte wirken.

In Peking ankommen – und zurückblicken

Peking selbst spielte in der Fünf-Dynastien-Zeit eine untergeordnete Rolle. Es war Teil des Grenzgebiets zwischen den Nördlichen Dynastien und den nördlichen Nachbarvölkern wie den Kitan, die später die Liao-Dynastie (916–1125) gründeten. Diese Grenzlage macht Peking zu einem idealen Ausgangspunkt, um die fragile Geopolitik der Epoche zu verstehen.

Die Rolle der Grenzen auf historischen Karten

Karten dieser Epoche sind aus mehreren Gründen faszinierend:

  1. Sie zeigen keine klare Staatsgrenze, sondern dynamische Einflusszonen
  2. Sie dokumentieren die Verschiebung wirtschaftlicher Zentren vom Binnenland zur Küste
  3. Sie veranschaulichen die Bedrohung durch Steppenvölker im Norden, insbesondere die Kitan und später die Jurchen

Für den heutigen Betrachter – ob im Museum oder in einem historischen Atlas – wird deutlich: Chinas Territorium war nie eine statische Größe, sondern ständigen Veränderungen unterworfen.

Mythen und Missverständnisse

Mythos 1: „Die Fünf Dynastien waren eine dunkle Zeit“

Diese Annahme ist zu pauschal. Zwar gab es Kriege und Unsicherheit, doch gleichzeitig entwickelten sich neue Technologien (etwa im Druckwesen), und der kulturelle Austausch zwischen Nord und Süd intensivierte sich. Die Song-Dynastie, die 960 die Einheit wiederherstellte, profitierte direkt von diesen Entwicklungen.

Mythos 2: „Der Norden war wichtiger als der Süden“

In Bezug auf die politische Macht stimmt das für die meiste Zeit dieser Epoche. Doch wirtschaftlich und kulturell gewann der Süden zunehmend an Bedeutung. Die Verlagerung der Bevölkerung nach Süden, die bereits in der Tang-Zeit begann, setzte sich fort und prägte die demografische Landkarte Chinas bis heute.

Häufige Fragen von Reisenden

Frage 1: Gibt es in Xi'an oder Peking ein Museum, das die Fünf Dynastien besonders gut darstellt?

Das Nationalmuseum in Peking verfügt über eine umfassende Abteilung zur Geschichte dieser Epoche. In Xi'an lohnt sich ein Besuch im Shaanxi History Museum, wo regionale Funde aus der Zeit ausgestellt sind. Beachten Sie, dass die Beschriftungen manchmal nur auf Chinesisch sind – eine Übersetzungs-App kann hilfreich sein.

Frage 2: Kann man auf dem Weg von Xi'an nach Peking noch Spuren der Fünf Dynastien entdecken?

Ja, insbesondere in Kaifeng und Umgebung. Die Stadtmauer von Kaifeng wurde zwar in späteren Jahrhunderten umgebaut, doch das historische Straßenmuster geht auf die Zeit der Fünf Dynastien zurück. Auch die nahe gelegene Songshan-Region mit ihren Klöstern bietet historische Anknüpfungspunkte.

Frage 3: Wie lange dauerte die gesamte Epoche der Fünf Dynastien und Zehn Königreiche?

Die Fünf Dynastien im Norden dauerten von 907 bis 960, also nur 53 Jahre. Die Zehn Königreiche im Süden existierten teilweise länger – einige bis in die frühen Jahre der Song-Dynastie hinein, das letzte (das Nördliche Han in Shanxi) wurde erst 979 erobert.

Frage 4: Gab es damals schon internationale Handelsbeziehungen?

Ja, der Seehandel über die südlichen Häfen florierte. Besonders das Königreich Min (im heutigen Fujian) und das Südliche Han (im heutigen Guangdong) pflegten Handelskontakte mit Südostasien und darüber hinaus. Für Reisende, die auch den Süden Chinas erkunden möchten, bieten sich hier spannende Anknüpfungspunkte.

Die Verbindung zur heutigen Reiseroute Xi'an–Peking

Die Flugstrecke von Xi'an nach Peking dauert heute etwa zwei Stunden – ein Katzensprung im Vergleich zu den wochenlangen Reisen, die Händler und Beamte der Fünf-Dynastien-Zeit unternehmen mussten. Die Strecke verbindet zwei Regionen, die in dieser Epoche unterschiedliche Schicksale erlebten: Xi'an als einstige Weltstadt, die ihre Bedeutung verlor, und Peking, das erst Jahrhunderte später zur Hauptstadt aufstieg.

Für den aufmerksamen Reisenden lohnt sich der Blick aus dem Flugzeugfenster: Unter einem liegen die weiten Ebenen Nordchinas, durchzogen vom Gelben Fluss – jene Landschaft, über die einst die Armeen der Fünf Dynastien zogen, um die Vorherrschaft zu erringen.

Fazit

Die Karte des chinesischen Territoriums während der Fünf Dynastien ist mehr als ein historisches Dokument – sie ist ein Schlüssel zum Verständnis der chinesischen Identität. Sie lehrt uns, dass politische Einheit nicht der Normalfall der Geschichte sein muss, und dass kulturelle Kreativität auch in Zeiten des Umbruchs erblühen kann.

Für internationale Reisende, die zwischen Xi'an und Peking unterwegs sind, bietet die Beschäftigung mit dieser Epoche eine zusätzliche Tiefenschicht: Sie verwandelt eine einfache Flugstrecke in eine Reise durch die Zeit. Nehmen Sie sich einen Moment Zeit, um diese faszinierende Ära zu erkunden – Sie werden mit einem reicheren Verständnis für Chinas komplexe Geschichte belohnt.

Wenn Sie tiefer in die Geschichte der Fünf Dynastien eintauchen möchten, planen Sie einen Besuch im Nationalmuseum in Peking oder suchen Sie nach historischen Atlanten in den Buchhandlungen von Xi'an – die kartografische Darstellung dieser turbulenten Zeit wird Sie garantiert in ihren Bann ziehen.

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